Probiotiques et antibiotiques

Barbara Seitler, M.Sc.

Was Antibiotika mit dem Körper machen

Der, eigentlich zufälligen, Entdeckung des Antibiotikums durch den Wissenschaftler Alexander Fleming, ist es zu verdanken, dass viele zuvor unheilbare Krankheiten inzwischen behandelt werden können. Jedoch werden Antibiotika mittlerweile häufig zu oft und zu früh verschrieben. Welche unerwünschte Nebenwirkungen diese Medikamente haben können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was Antibiotika mit unserem Körper machen - Frau nimmt Antibiotika

Antibiotika sind Arzneimittel, welche vordergründig gegen Bakterien wirken. Je nach Bakterienart können diese Mikroorganismen „gutartig“ oder „bösartig“ sein und im schlimmsten Fall Krankheiten beim Menschen hervorrufen. Ist letzteres der Fall, können Antibiotika den menschlichen Körper bei der Abwehr der Keime unterstützen. Viele Studien zeigen jedoch, dass Antibiotika auch unerwünschte Nebenwirkungen, von antibiotikaassoziiertem Durchfall bis Allergien, mit sich bringen können.

Antibiotikum und die Darmflora

Antibiotika stören unter anderem die Darmflora, in welcher viele „gute“ Bakterien beheimatet sind. In einer aktuellen Studie wurde gezeigt, dass sich im Darm gesunder Probanden nach einer viertägigen Antibiotika-Therapie vermehrt pathogene Keime fanden. Für die Autoren stellt dies eine Erklärung dar, warum durch Antibiotika auch eine Infektion mit Clostridium difficile (CDI), einem nicht ganz harmlosen Keim, zustande kommen kann.

Wie lange kann ein Antibiotikum Nebenwirkungen haben?

Die Darmflora der Probanden, in der oben genannten Studie, hatte sich zwar bereits rund eineinhalb Monate nach der Antibiotika-Therapie weitgehend erholt, jedoch fehlten auch sechs Monate später noch immer neun häufige und für die normale Funktion der Darmflora wichtige Bakterienstämme. Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler in den vorhandenen Bakterien vermehrt Resistenzgene, welche in der Lage sind, die Wirkung von Antibiotika abzuschwächen oder gar aufzuheben.

Antibiotika bei Blasenentzündung

Beim Nachweis von Bakterien im Urin werden von Ärzten häufig Antibiotika verschrieben. Laut Norma Jung, einem Beiratsmitglied der DGI (Deutsche Gesellschaft für Infektiologie) können Bakterien im Urin jedoch unterschiedliche Ursachen haben und bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern. Erst, wenn typische Symptome einer Harnwegsinfektion bestehen, sollte eine Therapie eingeleitet werden. Und selbst bei einer bestehenden Blasenentzündung müsse abgewogen werden, welchen Schweregrad die Erkrankung habe. Denn eine Studie konnte zeigen, dass rund zwei Drittel der Frauen mit unkomplizierten Harnwegsinfektionen auch ohne den Einsatz von Antibiotika gesund werden.

Allergien durch Antibiotika

Eine Behandlung mit Antibiotika sollte auch bei Kindern und insbesondere Säuglingen gut abgewogen werden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Kinder, die in den ersten sechs Lebensmonaten ein Antibiotikum oder einen Säureblocker erhielten, rund doppelt so häufig Allergien entwickelten als Kinder, die keines dieser Arzneimittel bekamen. Bei dieser umfangreichen Studie wurden rund 800.000 Kinder von Tag 35 nach ihrer Geburt bis zum Kindergarten beobachtet. So konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Antibiotika sowie Säureblockern und Allergien besteht. Leiden Säuglinge unter einem Infekt, so sollte vorab überprüft werden, ob dieser eine bakterielle Ursache hat. Ist dies der Fall, sollte weiters geklärt werden, ob der Einsatz eines Antibiotikums tatsächlich notwendig ist.

Antibiotikaresistenzen - Dose mit Pillen auf gelbem Hintergrund und Orchidee

Antibiotikaresistenz

Insbesondere der breite Einsatz von Antibiotika hat dazu geführt, dass Bakterien gegenüber verschiedenen Wirkstoffen unempfindlich geworden sind. Das wiederum erschwert die erfolgreiche Behandlung von Infektionskrankheiten. Je mehr Resistenzen Bakterien ausbilden, desto schwieriger wird es. Vor allem in Krankenhäusern stellen diese sogenannten multiresistenten Keime eine besondere Herausforderung dar. Australische Wissenschaftler warnen beispielsweise vor Staphylococcus epidermidis, welcher bereits gegen zwei der am häufigsten, meist in Kombination verwendeten, Antibiotika resistent ist. Dieser kann schwerwiegende Infektionen verursachen, welche in Folge sogar tödlich enden können. Dieses, mit dem MRSA-Keim verwandte, Bakterium kommt auf der menschlichen Haut vor. Es kann jedoch insbesondere bei älteren Menschen oder Patienten, welche prosthetische Materialien implantiert bekommen, zu Infektionen führen. Die Wissenschaftler schätzen, dass sich der Keim wegen der besonders häufigen Verwendung von Antibiotika auf Intensivstationen verbreitet. So scheint die Praxis, mehrere Medikamente auf einmal zu verwenden, um Resistenzen zu vermeiden, nicht zu funktionieren. Darüber hinaus warnt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits seit langem vor dem übermässigen Einsatz von Antibiotika.

Was tun, wenn eine Antibiotika-Therapie notwendig ist?

Natürlich gibt es Erkrankungen, bei denen eine Antibiotika-Therapie notwendig ist. In diesem Fall ist es sinnvoll, dem Darm genügend nützliche Bakterien, z.B. in Form von Synbiotika, zuzuführen. Dies ist deswegen eine gute Idee, weil durch das Antibiotikum nicht nur die Krankheitserreger zerstört werden, sondern auch ganze Stämme der „guten“ Darmbakterien. Durch die Einnahme von Probiotika erhält der Körper „Nachschub“ in Form von natürlich im menschlichen Darm vorkommenden Bakterien, die sich im Darm auch ansiedeln und vermehren können.

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