Bub schneuzt sich - wiederkehrendes Hals-Nasen-Ohren-Problem

Experteninterview: Kinder gegen Hals-Nasen-Ohren-Probleme wappnen

Kinder verbringen einen großen Teil ihrer Zeit im Kindergarten und in der Schule mit Gleichaltrigen. Sie kennen es bestimmt auch, dass ihre Kinder jede Menge Probleme im Hals-Nasen-Ohren–Bereich mit nach Hause bringen. Unsere Expertin Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch ist Expertin am Institut AllergoSan und kann Ihnen erklären, warum das so ist und welche Rolle

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das Mundmikrobiom dabei spielt.

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch

Warum sind Kinder ab 3 Jahren so anfällig für Probleme im HNO–Bereich?

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch: Das Immunsystem von Kleinkindern ist noch nicht ausreichend entwickelt. Sie müssen ihren Immunschutz erst erwerben. Gerade in den ersten Lebensjahren entwickelt sich das Immunsystem fortlaufend weiter und wird durch jeden Infekt gestärkt.

Klassische Phasen für Infekte sind beispielsweise, wenn Kinder beginnen Kinderkrippen oder Kindergärten zu besuchen – hier sind sie verstärkt unerwünschten Keimen ausgesetzt und es kommt vor allem in den kalten Jahreszeiten oft zu Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren Bereichs. Besonders die Mandel- und Mittelohrentzündungen zählen zu den häufigsten Gründen für Besuche beim Kinderarzt

Welche Rolle spielen im Allgemeinen die Mundhöhle und der Rachenraum bei der Immunabwehr?

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch: Unsere Mundhöhle ist das Portal zwischen der Umwelt und unserem Körper. Über die Nahrung und die Atemluft gelangen auch pathogene Keime über die Mundhöhle in unseren Respirations- und Verdauungstrakt. Außerdem ist die Mundhöhle über die sogenannte Eustachische Röhre auch mit dem Mittelohr verbunden. Auf diesem Weg können Keime auch ins Mittelohr vordringen und dort Infekte auslösen.

Die Immunzellen in den Rachenmandeln sind wichtig für eine funktionierende Infektabwehr. Die Mandeln sind die sogenannten Wächter des Immunsystems und kommen mit zahlreichen Krankheitserregern in Kontakt. Daher sind diese auch sehr infektanfällig und es kann zu Entzündungen kommen. Die Mundhöhle spielt daher bei der Immunabwehr eine zentrale Rolle.

Was ist das Mundmikrobiom und was hat es mit unserer Thematik zu tun?

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch: Das Mundmikrobiom – auch Mundflora oder orales Mikrobiom genannt – bezeichnet natürliche im Mundraum lebende Mikroorganismen. Die Mikroorganismen im Mund- und Rachenraum übernehmen wichtige Schlüsselfunktionen in der Abwehr gefährlicher Krankheitserreger und für unser Immunsystem. Außerdem besitzen sie eine wichtige Schutzfunktion für Zähne und Zahnfleisch. Ein gesundes orales Mikrobiom beinhaltet eine Vielzahl bakterieller Stämme und ist gekennzeichnet durch eine hohe Diversität. Diese Vielfalt an symbiontischen Bakterien sichert, dass sich pathogene Keime nicht ansiedeln können.

Die Mundhöhle spielt bei der Immunabwehr eine zentrale Rolle.

Außerdem können Bakterien unserer Mundflora Abwehrstoffe produzieren, die Krankheitserreger gezielt angreifen und eliminieren. Wird diese Diversität durch verschiedene Umwelteinflüsse reduziert, dann kann das orale Mikrobiom aus dem Gleichgewicht geraten und es entsteht eine sogenannte Dysbiose. Eine Dysbiose im Mundbereich kann wiederum die Anfälligkeit für HNO-Infekte erhöhen.

Man hört auch immer wieder, dass für die Funktion des Immunsystems “Vitamin D” essentiell ist – stimmt das?

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch: Das stimmt, sowohl Kinder als auch Erwachsene benötigen Vitamin D für ein starkes Immunsystem. Neben zahlreiche Funktionen, zum Beispiel im Knochenstoffwechsel, ist Vitamin D durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften auch ausschlaggebend für eine intakte Immunabwehr. Vitamin D kann zwar von unserem Körper selbst produziert werden. Allerdings braucht es dazu ausreichend Sonnenlicht und gerade in den Wintermonaten ist in unseren Breitengraden die Bildung von Vitamin D nur sehr eingeschränkt möglich. Deshalb empfiehlt es sich, bei wenig Kontakt mit Sonnenlicht den Vitamin-D-Spiegel regelmäßig zu überprüfen und im Bedarfsfall zu ergänzen.

Was kann man tun, um die Mundflora von Kindern optimal zu entwickeln?

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch: Man sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Lebensmittel, die den pH-Wert im Mund stark verändern wie zum Beispiel stark zucker- oder säurehaltige Lebensmittel oder Getränke, können den nützlichen Bakterien im Mund schaden und das orale Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen. Daher sollte man immer genug Wasser trinken. Wichtig für eine gesunde Mundflora ist auch eine ausreichende, aber nicht übermäßige Mundhygiene.

Das Institut AllergoSan betreibt intensive Forschung. Welche Erkenntnisse gibt es bereits zur Mundflora im Zusammenhang mit HNO-Problemen bei Kindern?

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch: Sehr häufig werden bei HNO-Infektionen rasch Antibiotika eingesetzt, was zunehmend zu Resistenzen bakterieller Erreger führt. Daher sind speziell bei wiederkehrenden Infekten therapeutische Strategien ohne den Einsatz von Antibiotika wichtig. Hierbei übernehmen symbiontische Bakterien in unserem Mund wichtige Schlüsselfunktionen. Der Bakterienstamm Streptococcus salivarius K12 spielt da eine sehr wichtige Rolle.

Streptococcus salivarius K12 ist ein natürlich im Mund- und Rachenraum vorkommender medizinisch hochrelevanter Bakterienstamm. Er besiedelt innerhalb kürzester Zeit nach der Geburt als eine der ersten und vorherrschenden Spezies die Mundhöhle und gilt als wichtigster Leitkeimstamm unserer Mund- und Rachenflora. Streptococcus salivarius K12 übt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen natürliche Abwehrfunktionen gegen Erreger von HNO-Infekten aus.

Er moduliert einerseits das Immunsystem, indem er Entzündungsprozesse hemmt. Er zeigt auch eine besonders gute Anhaftung an die Epithelzellen des Mund- und Nasenrachenraums und stärkt dadurch die Schleimhautbarriere. Außerdem bildet Streptococcus salivarius K12 antimikrobielle und antivirale Substanzen, um pathogene Keime gezielt unschädlich zu machen.

Dieser Bakterienstamm ist also eine gute Option, wenn es um die Behandlung und Vorbeugung von HNO-Infekten geht.

Die positiven Eigenschaften dieses Stammes sind wissenschaftlich sehr gut erforscht und wurden bereits in zahlreichen Studien belegt. Vor allem bei akuten und wiederkehrenden Infekten des HNO-Bereichs zeigt der Stamm eine herausragende Wirkung. Durch die Verabreichung von probiotischen Lutschtabletten mit Streptococcus salivarius K12 traten sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen Mandel- und Mittelohrentzündungen deutlich seltener auf. Auch der Einsatz von Antibiotika und Schmerzmittel wurde durch Streptococcus salivarius K12 verringert. Dieser Bakterienstamm ist also eine gute Option, wenn es um die Behandlung und Vorbeugung von HNO-Infekten geht.

Stephanie, du bist ja Expertin am Institut AllergoSan in der medizin-wissenschaftlichen Abteilung. Kannst du uns sagen, wie Eltern ihre Kinder bei HNO-Problemen wappnen – was sind deine Tipps?

Dr. rer. nat. Stephanie Kolleritsch: Kinder sind im Kindergarten oder in der Schule vermehrt unerwünschten Keimen ausgesetzt und durch das noch nicht vollständig ausgebildete Immunsystem auch anfällig für Infekte. Wichtig ist daher, das Immunsystem der Kinder zu stärken und auf eine gesunde Mundflora zu achten.

Vor allem, wenn Kinder immer wieder an HNO-Problemen leiden, kann man das Mundmikrobiom, das ja eine zentrale Rolle in der Immunabwehr spielt, auch gezielt mit natürlichen Bakterienstämmen unterstützen. Und hierbei spielt, wie wir in den Forschungen schon gesehen haben, der Bakterienstamm Streptococcus Salivarius K12 eine wichtige Rolle.

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